Tagebuch Opa (Seite 2)

Bericht über meine Fleckfiebererkrankung vom 2.5.44 in Russland und meinen Armbruch vom 9.1.44, sowie Heimaturlaub vom 2.2.–14.3. Für meinen Armbruch konnte ich nicht gleich Heimaturlaub bekommen, weil ich ab 17.1.44 einen Fortbildungslehrgang für Sanitäts-Soldaten halten musste. Die ganze Division war zu dieser Zeit für 3 Wochen aus der Gefechtsfront gezogen worden, weil sie durch die letzten Gefechte zu starke Verluste hatte und dadurch zu stark geschwächt worden war. Der Lehrgang musste also jetzt eingeschaltet werden. Aber am 2.2. konnte ich dann fahren, dies Mal 3 Wochen als Krankenurlaub und 3 Wochen als fälliger Heimaturlaub. Es ging über Mogilew, Minsk, Allenstein und Posen nach Drossen, wo die Familie gerade war. Da mein Vater im Juni 43 gestorben und meine Mutter dann in das evgl. [evangelische] Hermannstift am Stadtgarten Freiburg gezogen war, waren die meisten Sachen in ihrer Wohnung Schubertstrasse geblieben. Da sie die Wohnung nicht selbst auflösen konnte, fuhr ich am 16.2. allein nach Freiburg. Die Möbel, die wir gebrauchen konnten, wurden in unsere Wohnung Hauptstr. 2 gebracht und von den Möbelmännern gleich richtig aufgestellt, alles andere, ausser den Büchern, wurde weggegeben und damals gern genommen. Meine Mutter hatte im Stift eine schöne Wohnung und fühlte sich dort sehr wohl. Da der ganze Umzug mit Auflösung der Wohnung umständlich war, konnte ich erst am 29.2. nach Drossen fahren. Mein Armbruch war inzwischen längst geheilt, so war es wieder ein schöner, wenn auch gestörter, Urlaub gewesen. Am 14.3.44 musste ich wieder zurück an die Front. Unsere Komp. [Kompanie] war inzwischen nach Gorodec verlegt worden, ich fand alles in Ordnung vor. Zum Empfang unserer Division in der neuen Stellung hatten uns die Russen mit Lautsprechern begrüßt: „Wir begrüssen das Regiment 460 mit seinem Stosstrupphäuptling Vinçon,


Anmerkungen zum Kontext