Tagebuch Opa (Seite 3)

Ihr seid doch das sturste Regiment an der ganzen Ostfront!“ Die Front war günstig, in der Mitte quer im Tal ein breiterer Fluss, bds. [beiderseits] Wiesen und dann steile Felswände. In der Höhe lagen bds. die Gegner. Ein Überraschungsangriff war kaum zu befürchten. Die Russen waren vom Winterkrieg her auch noch stark mitgenommen.

Unser Hauptverbandplatz lag etwa 10 km vom Fluss entfernt, in einem sauberen Dorf, völlig leer, nur weit hinter uns viele Partisanen, die uns aber nicht belästigten. Nur ein kleiner Nebenfluss, nicht sehr breit, aber tief, seitlich etwa 500 m von uns entfernt, hatte eine Holzbrücke, die einzige befahrbare Verbindung von uns zu einer etwas besseren Strasse, und die brauchten wir. Die Russen beschossen diese Brücke öfter mit Artillerie, aber sie trafen sie nur selten: dann mussten gleich die Pioniere ran und reparierten sie wieder. Wir konnten alles gut sehen, aber die Russen hatten keinen Einblick auf die Brücke, sie konnten auch nicht gut zielen. Unser H.Vbd.Pl. [Hauptverbandplatz] wurde nie beschossen, davon hatten sie nichts, und sie brauchten ihre Munition! (die Russen)

In dem Ort, umgeben von grünen Wiesen und grossen, alten Bäumen, hatten wir uns gut eingerichtet und fühlten uns direkt wohl. Wir hatten auch nicht so viel Verwundete zu versorgen. Jetzt gab es endlich mal Gelegenheit, die vorderste Front zu besichtigen, wozu ich schon öfter eingeladen worden war. Wir verabredeten das Treffen, und ich fuhr mit meinem Freund Herbert Roth mit einem Sanka in die vorderste Krankensammelstelle, hier erwarteten uns bereits 2 Reiter, die uns noch 2 weitere Pferde mitgebracht hatten, und wir ritten unter deren Führung auf gesicherten Wegen zum Bunker vor. 2 Offiziere des Regiments zeigten uns die Anlagen für die Versorgung der kämpfenden Truppe und führten uns dann durch den vordersten Schützengraben. Die Russen waren an


Anmerkungen zum Kontext