Tagebuch Opa (Seite 4)

diesem Tag sehr friedlich, die Begleiter zeigten uns ja die Stellen, an denen wir die Köpfe stärker einziehen mussten. Von Beobachtungsstellen konnten wir mit dem Fernglas die russischen Stellungen [sehen], an diesem „friedlichen Tag“ konnten wir sogar einige Russen sehen, die aussen an ihren Stellungen arbeiteten. Solche Tage wurden von beiden Seiten ohne besondere Verein- barungen eingehalten. So kamen wir also auch unbeschädigt wieder im Regiments-Bunker an.

Aber irgend etwas stimmte bei mir nicht! Wir sassen zusammen und unterhielten uns bei verschiedenen Getränken lebhaft, aber ich fror auf einmal. Der Buller-Ofen wurde angesteckt, es wurde auch wärmer, aber ich fror weiter, leider. In der Nacht ritten wir wieder zu der Krankensammelstelle zurück und fuhren mit einem Sanka „nach Hause“. Ich schlief auch gleich fest ein, aber am Morgen des 2.5.44 erwachte ich mit Fieber. Roth lag neben mir, sah mich an und sagte: „Mensch, wie siehst Du denn aus, Du bist ja ganz rot im Gesicht“! Der ganze Brustkorb war voller roter Flecken. Unsere Diagnose war sofort: „Fleckfieber“! Und das, obwohl ich mit der ganzen Op-Gruppe jährl. [jährlich] 1x gegen Fleckfieber geimpft worden war, ich selbst sogar 2 Mal! Das Urteil war gesprochen!

Für mich wurde gleich ein kleines „Häuschen“ freigemacht und hergerichtet. Dort lag ich sehr gut, mit 2 San. Soldaten zur Betreuung und Bewachung. Roth war oft bei mir. Nachmittags kam der Internist unseres Feldlazaretts zu mir, er konnte die Diagnose nur bestätigen und strengste Ruhe! verordnen. Ich selbst hatte mich fast schon über mein „Fleckfieber gefreut“, weil ich mit mindestens 3 Monaten Heimaturlaub (und Zubilligung des § 51 [durchgestrichen] (52) rechnen konnte. Am nächsten Tag ging es mir allerdings nicht mehr ganz so gut, ich hatte überall „rheumatische“ Beschwerden. Am Nachmittag schickte mir unser Divisions-General seinen


Anmerkungen zum Kontext