Tagebuch Opa (Seite 6)

Schreiben konnte ich natürlich auch nicht, Roth diktierte ich einen Brief an Mama, aber er schrieb natürlich nicht alles, denn darunter war zuviel Unsinn. Er wusste ja, was ich meinte. Später diktierte ich auch an Hosemann, denn wir hatten ja auf seinen Wunsch unsere Wohnung an „Schürmann“ vermietet, der mich z.Zt. im Kr. Hs. [Krankenhaus] vertrat, und Hosemann war ja in Donaueschingen! Ich hoffte ja, bald nach Haus zu kommen, und „so klar“ war ich doch noch, dass mir einfiel, dass wir unsere Wohnung an ihn vermietet hatten. Er hatte ja keine Kinder, sie wohnten (also seine Frau und er) allein bei uns.

Am 4. Juni wurde es an der Front lebhafter, aber ich merkte nichts davon. Unsere San. Komp. wurde weit nach Norden verlegt, dafür kam Ersatz. Mir ging es allmählich besser, ich war nun liegend transportfähig. Ein PKW war für mich als „Liege- wagen“ umgebaut, und so konnten wir mit 2 PKW’s zusammen mit meiner restl. Betreuung langsam in unser Feldlazarett fahren, am 6.6.44 nach Orscha. Die Fahrt über die „Holzbrücke“ ging glatt, wir fuhren nun bei schönstem Wetter mit Pausen durch den wunderbaren Wald mit den schönen Wiesen in etwa 3 Stunden zum Feldlazarett.

Ich kam in ein gutes Bett, und ruhig war es auch. Am 7.6. wurde morgens angekündigt, dass nachmittags eine „Ju 52“ [im Text sieht es aus wie „Ju 40“] käme, um alle zurück zu fliegen. Es wurden alle abgeholt, nur ich lag noch im Bett. Schließlich kam der Dr. Wacker, der mich ja auch schon im H.V.Pl. behandelt hatte, vom Flugplatz zurück und sagte, dass der Korps-Arzt eine „Liste“ dabei hatte, auf der mein Name stand mit dem Vermerk: „Darf nicht geflogen werden, da sonst Lebensgefahr“! So gut wurden die Anordnungen des beratenden Arztes befolgt! Ich freute mich auf eine weitere gute Nacht. Aber gegen 18h kam der Dr. Wacker schon wieder und teilte


Anmerkungen zum Kontext