Tagebuch Opa (Seite 7)

mir mit, dass jetzt alle Kranken und Verwundeten mit Krankenwagen in ein größeres Lazarett weiter rückwärts verlegt werden müssten! Die Russen waren schon in Gorodec, meinem alten H.V.Pl. [Hauptverbandplatz] durchge- brochen, ich war am Tag zuvor !! also gerade noch rechtzeitig verlegt worden! Jetzt am 7.6. abds. wurden wir also alle in das erwähnte rückwärtige Lazarett gefahren und in die Betten gelegt. Nachdem wir gerade unser Abendbrot gegessen hatten, hiess es: Sofort fertig machen, wir werden sofort weiter verlegt! Es war schon Nacht geworden, die Fahrt ging ziemlich lange, schließlich kamen wir in einen schönen Park mit alten Bäumen und größeren, gepflegten „Bauernhäusern“. Das war das frühere „Erholungsheim“ unserer Division für Soldaten, die mal ausspannen mussten, ohne Urlaub zu bekommen.

Die Häuser waren auch innen ganz schön, leer, grosse Räume, viel Stroh auf dem Boden, wo wir dann auch gut lagen. Der Tag war anstrengend gewesen, aber ich hatte mal wieder gut geschlafen (immer die Hauptsache!) Nach dem Frühstück [durchgestrichenes Wort] ein grosses Ereignis: Ein Sanitäter kam durch die Tür ins Haus und fragte laut: „Liegt hier ein Stabsarzt Dr. ..... (der Name klang so ähnlich wie „Gapeki“). Ich meldete mich also, ich wurde auch gesucht! Er sagte dann: „Sie sollen zum Chefarzt kommen“. Ich antwortete „ich komme gern, aber ich kann weder sitzen, noch stehen oder gar laufen, Sie müssen mich mit einer Trage abholen“. Er sagte zu, und ich wartete. Nach etwa 2 Stunden kamen dann sogar 2 Sanitäter mit einer Bahre und holten mich ab. Ich war neugierig! Sie trugen mich durch die Anlagen zu einem „Sanitätswagen“, [durchgestrichenes Wort] mit 2 offenen Türen, 2 Bahren im Wagen waren bereits belegt. Ich sollte als „Dritter“ mit. Da habe ich natürlich nicht gefragt.


Anmerkungen zum Kontext