Tagebuch Opa (Seite 8)

wohin sie mich bringen wollen, denn ein Krankenwagen konnte nur „Richtung Heimat in der Ferne“ fahren, also hinein! Schließlich kam noch ein Sanitäts-Offizier mit kurzem Gruss und legte sich auf die 4. Bahre. Ich begrüßte ihn jetzt mit Namen, da ich ihn von der Truppe her kannte. Er wusste nicht, dass er zufällig mich hatte holen lassen, er suchte nur einen „San. Offz.“ für die 4. Bahre, der auch gerade „Fleckfieber“ gehabt hatte! Jetzt kannte er mich natürlich auch. Die beiden anderen waren Truppen-Offiziere, sie waren auch „genesende“ Fleckfieberkranke. Ich war also zufällig im richtigen Wagen gelandet Diesem „Zufall“ habe ich wahrscheinlich zu danken, dass ich überhaupt lebend aus diesem „Erholungsheim“ heraus kam! Es lagen ja mindestens 500, wenn nicht mehr, Verwundete und Kranke dort!

Wir fuhren also am 8.6. los, bis uns nach etwa ½ Std. ein Posten anrief und sagte: „Die Strassen sind vermint, heute sind schon 2 Wagen in die Luft gegangen! Nicht die „Strasse“ benutzen, nur auf dem Sandweg fahren und ganz genau auf „Spur“ fahren, die letzten Wagen sind alle gut durchgekommen.“ So fuhren wir also langsam und stark wackelnd in der Spur, ich hielt dabei mein linkes Bein an der Hose hoch, denn ich hatte da eine relativ frische Thrombose! Schließlich kam die Entwarnung, wir lebten noch und fuhren zufrieden weiter zum Sammellazarett a. d. [an der] Rollbahn. Meine 3 Mitfahrer hatten die Genehmigung, mit irgend einem Lastwagen o.ä. sich von Ort Baranovice aus weiter durchzu- schlagen. Sie wollten mich mitnehmen, aber das hätte ich nicht durchgehalten. Daher wurde ich in der Krankensammelstelle abgeliefert, von wo aus ich dann weitergeleitet werden konnte. Die Unterbringung und die Betten waren gut, ich konnte endlich wieder richtig liegen, bis zum nächsten Tag. Ich war ausgeruht und bekam ein gutes Frühstück.


Anmerkungen zum Kontext