Tagebuch Opa (Seite 15)

und fuhr dann wieder nach Drossen zurück. Dort wurde es langsam auch ungemütlicher, die Russen kamen Richtung Deutschland! Mit dem Zug konnte man, wegen Überfüllung, mit 3 kleinen Kindern nicht mehr fahren. Ich sprach mit dem Chef unseres Lazaretts in Drossen: Im Fall der Räumung unseres Lazaretts hätte ich mit diesem ziehen müssen, aber ich hätte ja unsere Familie nicht mitnehmen können! Ich liess mich daher einfach gesund schreiben, dann musste ich nach Ulm und konnte irgendwie [?] die ganze Familie Richtung Schwarzwald mitnehmen.

Am 26.1.45 bekamen wir in Drossen Einquartierung von 3 Offizieren in unserem Haus! Die motorisierte Pionier-Gruppe übernachtete auch in Drossen. So erfuhr ich, dass die Pioniere am nächsten Morgen über Frankfurt/Oder nach Westen weiter fuhren! Sie durften natürlich keine Zivilisten mitnehmen! Aber mit dem leitenden Offizier verabredete ich, gegen 5 Uhr früh an einem bestimmten Lastwagen zu sein, der auf der Pritsche für uns alle Platz hatte, ohne dass es auffiel! In Frankfurt/Oder wurden wir am Bahnhof abgesetzt, von dort aus mussten wir nach Berlin kommen! Gegen 10 h fuhr ein Güterzug nach Berlin, der nahm uns und weitere Zivilisten in einem Wagen, auf dessen Boden etwas Stroh lag, mit.

In Berlin rief ich eine alte Schulfreundin, die auch auf unserer Hochzeit gewesen war, telefon. an: Sie wohnte mit ihren 3 Töchtern in Schlachtensee, ihr Mann war auf der Krim gefallen! Es war die Agnes Daubitz, sie freute sich sehr, wir sollten alle bei ihr übernachten! Wir fuhren also mit der Wannsee-Bahn nach Schlachtensee, Agnes hatte viel Platz in ihrer Wohnung, nachts hatten wir zwar Fliegeralarm, aber das war in Berlin so üblich. Am 28.1. fuhr ich dann nach Berlin, suchte einen Militär-Zug


Anmerkungen zum Kontext