Tagebuch Opa (Seite 19)

damals so üblich, die Plätze oft überfüllt.) Ich liess mir von den Amerikanern 3 Tage Urlaub geben, d.h. nur am Tage, von 9–18 Uhr! Aber alle Befehle können umgangen werden: Ich hatte einen Kollegen gebeten, beim Morgen-Appell „hier“ zu rufen, das fiel nicht auf und war so üblich. Wir gingen in ein kleines Hotel, das nachts weniger von Amerikanern kontrolliert wurde und hatten Glück! Wenn ich erwischt worden wäre, hätte ich ein paar Tage „Knast“ in der Kaserne bekommen, aber das war nicht schlimm: Durch die „Gitter“ wurde man immer gut versorgt. Mama fuhr dann mit einem „Lastwagen“ wieder zurück, hoch auf dem Transportgut! –

In der „Kaserne“ verbreitete sich dann bald das Gerücht, dass das Lazarett in ein SS-Lazarett umgewandelt werden sollte, die Ärzte, die nicht der SS angehörten, sollten entlassen werden! Am 4.12.45 kam dann tatsächlich die „Entlassungskommission“! Am 11.1.46 [korrigiert aus 45] wurden wir dann tatsächlich entlassen. Aber vorher gab es dann noch Schwierigkeiten: Die Entlassungspapiere wurden nur dann ausgestellt, wenn man seine Adresse in der amerikan. Zone angab. Diese Zone reichte im Süden nur bis einschl. Karlsruhe! Aber wir hatten ja gefangene Soldaten in unserem Lazarett, die aus Karlsruhe stammten, von denen wir Adressen aus Karlsruhe erfuhren, die es auch noch gab. So gaben wir eben eine Karlsruher Adresse an. Ich fuhr also am 11.1.46 mit einem Kollegen aus Freiburg nach Karlsruhe. Bis dahin ging alles glatt. Der Zug endete in Klrh. [Karlsruhe]. Wir gingen in die Bahnhofshalle und suchten gute Ratschläge, die wir auch bekamen: Mein Kollege ging in die „französische Entlassungsstelle“, dort erhielt er auch die „Papiere“ für uns, die uns weiter helfen sollten (Amerikaner und Franzosen standen sich nicht gut!) Wir hatten nun Fahrkarten nach Freiburg und konnten mit einem Zug bis Offenburg fahren. In Offenburg waren


Anmerkungen zum Kontext